Udo Linnemann, Lombok                                                                                                                                   Lombok, 01.04.2014

 

Ogoh-Ogoh und Nyepi- Karneval und Tag der Stille - Sylvester und Neujahrsfest auf balinesisch

 

Für die Hindu-Balinesen das Fest der Besinnlichkeit, der Askese, des Einklangs und des Gleichgewichts zwischen Menschen und Göttern.

Am 30.03.2014 feierten die Hindu-Balinesen ihren Ogoh-Ogoh Tag. Der Tag, an dem böse Geister und Dämonen, die sogenannten Ogoh-Ogoh , die während des Jahres, in das Leben der Balinesen Einzug gehalten haben, zur Schau gestellt und vertrieben werden. Dieser Tag ähnelt unserem Karnevalsumzug. Überdimensionale, aufwendig gestaltete und fantasievolle Figuren der Dämonen werden tanzend und mit Musikbegleitung durch die Straßen getragen. Der Tag erreicht am Abend seinen Höhepunkt, wenn die Ogoh-Ogoh Figuren an einen Sammelpunkt mit viel Lärm verbrannt werden, um sie somit aus dem Leben der Hindus zu verbannen. Im Glauben der Balinesen wird dadurch das Gleichgewicht zwischen Göttern, Menschen und Natur wieder hergestellt.

Der darauf folgende Tag ist der Neujahrstag (Nyepi). Er beginnt um 6:00 Uhr morgens und endet 24 Stunden später um 6:00 Uhr des Folgetages und wird der „Tag der Stille“ genannt. Ein Tag der Besinnung, der Meditation und Askese für die Balinesen. Die Menschen feiern dieses Neujahrsfest jedes Jahr im Frühjahr, einen Tag nach Neumond und am Tag der Tag-und Nachtgleiche. Er bedeutet einen Neuanfang zum neuen Jahr in spiritueller Reinheit und im Einklang mit sich selbst. Am Tag Nyepi bleiben die Menschen in ihren Häusern und schalten die die elektrische Versorgung ab. Es werden keine Radio- und Fernsehsendungen ausgestrahlt und die Restaurants und Geschäfte bleiben geschlossen. Selbst in den Supermärkten und Lebensmittelgeschäften werden Tiefkühltruhen ausgeschaltet. Taxis und Privatfahrzeuge fahren nicht und selbst der Flugverkehr ruht. Fußgänger auf den Straßen und an den Stränden werden nicht geduldet und eine spezielle Religionspolizei, die in schwarz-weiß-karierten Sarongs gekleidet, unterwegs ist, überwacht die Einhaltung dieser Regeln. Auch von Touristen wird die Einhaltung dieser Regeln erwartet. Diese Regeln nicht zu befolgen, gilt als äußerst respektlos. Über der gesamten Insel Bali liegt an diesem Tag eine ungewohnte und fast mystische Stille, die im krassen Gegensatz zu dem ansonsten eher lauten, touristischen Geschehen und lärmender Geschäftigkeit steht.

Ein Tag der Ruhe und Besinnung und des Einklangs, von dem sich der eine oder andere Besucher der Insel vielleicht wünschen wird, einen solchen Tag auch in seinem eigenen Land erleben zu können.

 

 

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Horrorerwachen nach Konsum von methanolhaltigem Alkohol

 

Das, was wohl für die meisten Menschen die Vorstellung eines entsetzlichen Albtraums ist, realisierte sich leider für einen 54 jährigen Deutschen am 04.03 dieses Jahres auf der indonesischen Ferieninsel Lombok.

 

 

Nach dem Konsum von sogenanntem Arak - ein stark alkoholhaltiges Getränk, welches aus Reis hergestellt wird - erwachte er morgens, zwei Tage nach der Einnahme des Getränks, fast völlig erblindet. Andere Symptome, wie Unwohlsein und Kreislaufprobleme waren dem bereits vorausgegangen, jedoch zunächst ignoriert worden. Im Krankenhaus auf Lombok diagnostizierten die Ärzte Vergiftungserscheinungen, die auf die Einnahme von methanolhaltigem Alkohol zurückgeführt wurden. Eine Aussage darüber, inwieweit die Sehkraft nach seiner Rückkehr wieder hergestellt werden kann, wird nun von den Untersuchungen, Diagnosen und medizinischen Bhandlungsmöglichkeiten der Ärzte in Deutschland abhängig sein.

 

Immer wieder kommt es, nicht nur auf der Ferieninsel Lombok, sondern auch in anderen Landesteilen, zu Vergiftungen und Todesfällen durch methanolhaltigen Alkohol. Der Grund dafür liegt nicht in erster Linie an einer mangelhaften Qualitätskontrolle der offiziellen Brennereien durch staatliche Kontrollbehörden, sondern mitunter auch in dem skrupellosen Profitinteresse einiger Bar- und Restaurantbesitzer, sowie an der verantwortungslosen und illegalen Herstellung von Spirituosen durch private „Schwarzbrennereien“. Häufig kommen so, aus mangelnder Kenntnis der Herstellungsprozesse, hochgefährliche und lebensbedrohliche Alkoholmischungen zu günstigen Preisen in den Handel.

 

Auch Flaschen, die in Bars- Restaurants und Diskotheken anhand ihrer Etikettierung ein hochwertiges Importprodukt ausweisen, sind keinesfalls ein Garant für einen ungefährlichen Inhalt. Leere Flaschen von Import Markenprodukten erzielen einen Verkaufswert von bis zu 8,00 Euro. Diese Flaschen werden nicht selten mit einer minderwertigen Imitation gefüllt, möglichst originalgetreu verschlossen und mit einem hohen Profit verkauft.

 

 

Auch durch das Verhalten von skrupellosem Personal kann eine erhebliche Gefahr ausgehen, durch Methanol geschädigt zu werden. Erst vor eineinhalb Jahren gab es einen spektakulären Fall, bei dem zwei australische Touristinnen durch Methanolvergiftung ums Leben kamen, nachdem sie in einer Musikbar einige Gläser Arak bestellt und getrunken hatten. Den polizeilichen Ermittlungen zufolge hatten Personalmitarbeiter einen Teil der Importspirituosen in den Flaschen gegen minderwertigen und methylhaltigen Alkohol ausgetauscht, um die Originalspirituosen gewinnbringend zu verkaufen.

 

Es besteht also selbst bei aller Vorsicht eine nicht unerhebliche Gefahr mit Methylalkohol in Berührung zu kommen. Zur Risikovermeidung ist deshalb ein  Verzicht auf den Konsum von Spirituosen, während des Aufenthalts auf Lombok und anderen Landesteilen Indonesiens, dringend anzuraten.

 

Lombok, 08.03.2014

 

 

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Von Udo Linnemann, Lombok

Lombok, 07.03.2014

 

Viele Tote und katastrophale Folgen für Mensch und Umwelt durch illegalen Goldabbau

 

Auf der indonesischen Insel Lombok blüht der illegale Goldabbau im Süden der Insel und hat bereits viele Menschenleben gefordert.

 

Nach Schätzungen sind bislang mehr als 220 Menschen Opfer des illegalen Goldabbaus geworden und die Folgen für die Menschen und die Umwelt, durch unsachgemäßen Gebrauch von hoch toxischen Substanzen, insbesondere von Quecksilber, sind katastrophal und nachhaltig. Ein Ende dieses zerstörenden Treibens ist nicht in Sicht.

Der Südteil der Ferieninsel Lombok ist, verglichen mit dem Norden der Insel, eine recht trockene und dünn besiedelte, harmonische Hügellandschaft. Die hohen Wellen an den Süd – und Südwestküsten dieses Gebietes, machen es zu einem beliebten Ziel für Surfer aus aller Welt und für Urlauber die Ruhe und Natureindrücke suchen, abseits des touristischen Geschehens.

Der Schein der „unberührten Natur“ ist jedoch trügerisch, seit sich dieses Gebiet vor einigen Jahren zu einem „Klein Klondike“ für die illegale Goldsuche entwickelt hat. Nachdem 2008 Minengesellschaften auf der Nachbarinsel Sumbawa für den Abbau lohnenswerte Goldvorkommen entdeckten, begannen die Explorationen auch auf Lombok. Im Süden der Insel ergaben die Analysen zwar Goldvorkommen, die sich jedoch, im Gegensatz zu Sumbawa, als nicht lohnenswert für einen professionellen Abbau herausstellten. Die Minengesellschaften zogen sich darauf hin aus Lombok zurück und konzentrierten sich stattdessen auf Sumbawa.

Die Nachricht jedoch über Goldvorkommen auf Lombok verbreitete sich in Windeseile über die Grenzen der Insel hinaus. Innerhalb kürzester Zeit entstand ein „Goldtourismus“, der in erster Linie Menschen aus armen Schichten aus ganz Indonesien seit dieser Zeit nach Lombok lockt - mit fatalen Folgen.

 

Der Reiz des Goldes: Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Anders als Ende des 19. Jahrhunderts in Kanada und Kalifornien, wo das Gold aus Flüssen ausgewaschen und in Form von Nuggets gewonnen wurde, ist das Gold hier in Gesteinsbrocken eingebunden. Um an das goldhaltige Gestein heranzukommen, graben die Goldsucher auf Lombok, mit einfachsten Werkzeugen, bis zu 10 Meter tiefe Gruben und quer - Stollen. Fast keiner dieser Menschen, die nach Gold graben, hat bergmännische Kenntnisse oder Erfahrungen im Bau von Stollen und Gruben. Die Folge ist, dass viele dieser Goldsucher durch einstürzende Tunnel und Gruben und durch plötzlichen Wassereinbruch, infolge starker Regenfälle, umkommen und sich ihr eigenes Grab graben.

Die meisten dieser Goldsucher graben, in der Hoffnung auf ein besseres Leben, in diesem unübersichtlichen Hügelgelände alleine, ohne Kontakt zu anderen Goldsuchern, und sie leben während der Goldsuche getrennt von ihren Familien.

Nicht selten werden die Verunglückten erst nach Tagen vermisst wenn auffällt, dass ihre Motorscooter, die sie zum Transport der Steine in dem unwegsamen Gelände benötigen, seit längerer Zeit nicht mehr benutzt wurden. In der Regel wird der Leichnam der Verunglückten nicht einmal geborgen oder der Unfall gemeldet, da die Tätigkeit illegal ist. Bei diesem Geschäft kümmert sich jeder ausschließlich um sich selber.

Offizielle Angaben über die Unfallopfer existieren nicht. Inoffizielle Schätzungen zur Folge hat dieses Treiben bislang mehr als 220 Todesopfer gefordert.

Betroffen von dem Goldrausch sind jedoch auch diejenigen Landbesitzer und Farmer, die sich nicht an der Goldsuche beteiligen wollen. Unter Androhung von Gewalt werden sie gezwungen, ihr Land zur Goldsuche freizugeben. Unter diesem Druck und aus Angst vor Gewalttätigkeiten und Repressalien willigen die meisten Landbesitzer ein und dulden die Goldgräber notgedrungen auf ihrem Land.

Fremde sind in diesem Gebiet nicht gerne gesehen und Fragen zur Goldsuche werden von Fremden hier besser nicht gestellt.

Ein zaghafter Versuch der Polizei diesem Treiben anfänglich Einhalt zu gebieten, scheiterte an dem gewaltbereiten Widerstand der Goldgräber, die sich zusammentaten und bewaffnet mit Spitzhacken und Schaufeln auf die Polizisten losgingen und diese sich daraufhin zurückzogen.

 

Der Fluch des Goldes: nachhaltige Schäden für Mensch und Natur.

Zu beklagen sind jedoch nicht nur die Menschen, die bislang in den Gruben verschüttet wurden, sondern insbesondere auch die nachhaltigen Schäden für Menschen und Umwelt.

Viele der Bewohner in diesem Gebiet partizipieren an der illegalen Goldsuche und betreiben Steinmühlen und Goldwaschanlagen, die teilweise selbst gebaut sind, und zu denen die Goldgräber das abgebaute, goldhaltige Gestein bringen, um es zu zermahlen und zu waschen. Dem dadurch entstandenen Steinschlamm werden erhebliche Mengen hochgiftiges Quecksilber zugegeben, welches sich mit den Goldanteilen zu Amalgam verbindet, welches auch aus der Zahnmedizin allgemein bekannt ist. Durch starkes Erhitzen auf mehrere Hundert Grad Celsius verdampft das Quecksilber aus der Amalgamverbindung und es bleibt das gelöste Gold aus dem Steinschlamm zurück. Das Quecksilber kondensiert während der Abkühlung und schlägt sich in der Umgebung nieder, wo es schließlich in den Boden und ins Grundwasser gelangt.

Unter den meisten Steinmühlen haben sich kleine Tümpel mit einen Wasser/Quecksilber Gemisch gebildet, welches unbeachtet in den Erdboden sickert. Aus Unwissenheit, oder auch aus Fahrlässigkeit wird die hoch toxische Wirkung von Quecksilber vernachlässigt und auf Schutzkleidung und Atemmasken verzichtet. Erste Symptome von Quecksilbervergiftungen, wie Übelkeit, Kopfschmerzen und Erschöpfung werden ebenso ignoriert wie die langfristigen Auswirkungen auf das Grundwasser und nicht zuletzt auf die gesamte Nahrungskette. Insbesondere Fische aus der Region und einige Gemüsepflanzen weisen bereits sehr hohe Konzentrationen von Quecksilber auf, sodass mittlerweile die Bewohner der gesamten Insel betroffen sind.

Die langfristigen Folgen der toxischen Wirkung sind nicht nur fatale und irreparable Schädigungen der Lungen, der Nieren, der Leber, des Sehvermögens und des zentralen Nervensystems. Besonders dramatisch sind jedoch die zu befürchtenden und dauerhaften Schädigungen des Erbguts (DNA), die zu einem erheblichen und generationsübergreifenden Anstieg von Missbildungen bei Neugeborenen führen würde.

Einheitliche Festlegungen von Quecksilber – Grenzwertkonzentrationen sind schwierig, da über die Dosis-Wirkungsbeziehung zwischen der Belastung von Müttern durch Methylquecksilber und die neurologischen Effekte auf ihren Nachwuchs bislang noch zu wenig bekannt sind.

Fest steht jedoch, dass es für diese Region, die einen so unberührten Eindruck macht, bald zu spät sein dürfte, um Schadensbegrenzung an Menschen und Umwelt zu betreiben. Zu irreversibel, auf lange Zeit, sind die bereits entstandenen Schäden schon jetzt.

Von Seiten der zuständigen Regierungsstellen jedenfalls wird das Problem weitgehend totgeschwiegen und die Auskunftsbereitschaft zu diesem Problem hält sich in Grenzen. Warum die zuständigen Stellen bislang nicht reagiert und diesem zerstörerischen Treiben ein Ende gesetzt haben, darüber können nur Mutmaßungen angestellt werden.

 

 

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Kinder an einer Wasserstelle
Kinder an einer Wasserstelle

Von Udo Linnemann, Lombok

                                                                                                                             Lombok, 29.12.2013

Die Koexistenz von Mangel und Überfluss - Auswirkung eines ansteigenden Tourismus

 

 

Wie nahe Fortschritt und Misere einhergehen können, beweist einmal mehr die erfolgreiche Tourismusförderung auf der indonesischen Ferieninsel Lombok. Die Bevölkerung der Insel leidet immer deutlicher unter dem zunehmenden Grundwassermangel - die Folge eines wachsenden Tourismus!

 

Nur 3 % der weltweiten Wasserressourcen sind dem Süßwasser zu zurechnen. Die Bevölkerung auf der indonesischen Ferieninsel Lombok bekommt das jedes Jahr, insbesondere während der Trockenzeit, immer stärker zu spüren. Große Teile der Landbevölkerung sind auf das Wasser aus Brunnen angewiesen, die per Hand bis zu einer Tiefe von 15 Metern ausgehoben werden, um an Grundwasser zu gelangen. Die meisten Dörfer in den abgelegenen Gebieten sind nicht an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. Aber auch in den Gebieten, die vom öffentlichen Wassernetz erreicht werden, können sich viele Menschen das gebührenpflichtige Wasser der Versorgungsgesellschaft nicht leisten. Aber auch die Versorgungsgesellschaft greift auf die Grundwasserreserven zurück, sodass auch hier tägliche Versorgungsengpässe in vielen Gebieten vorhanden sind.

Somit ist ein großer Teil der Bevölkerung auf das Grundwasser der Brunnen angewiesen, welches nicht selten eine hohe Kontamination, insbesondere mit E - coli Krankheitserregern, aufweist. Besonders bei Kindern kann diese bakterielle Belastung zu schweren Darmerkrankungen führen, die nicht selten lebensgefährlich sind.

Seit Jahren ist nun zudem ein Absinken des Grundwasserspiegels zu verzeichnen, der die Brunnen während der Trockenperiode immer früher austrocknen lässt. Viele Menschen in den Dörfern sind in dieser Zeit gezwungen weite Wege in kauf zu nehmen, um das Wasser für den täglichen Bedarf, von den Verteilungsstellen an einigen Moscheen, zu ihren Familien zu bringen.    

Einer der Hauptgründe für das Absinken des Grundwasserspiegels ist die fortschreitende Grundwasserentnahme. Das wurde bereits vor zwei Jahren durch die geologische Fakultät der Universität in Jakarta festgestellt.

Vor circa drei Jahren begannen die Bemühungen der verantwortlichen, lokalen Regierungsstellen Lombok für den Tourismus attraktiver zu machen, um aus dem Schatten der weitaus bekannteren, aber auch überlaufenen, Nachbarinsel Bali zu treten. Bemühungen, die mittlerweile Früchte tragen. Mehr und mehr Feriengäste besuchen die weitaus ruhigere und traditionellere Insel mit ihren spektakulären Stränden und dem ausgedehnten, über 3.700 Meter hohen Vulkanmassiv. Sie tragen damit zu einem wachsenden Wohlstand in den Touristengebieten bei. Arbeitsplätze werden geschaffen und kleine, traditionelle Restaurants entstehen. Infolge des ansteigenden Tourismus entstehen jedoch auch mehr und mehr neue Hotelanlagen der oberen Mittelklasse an den attraktiven Strandbereichen. Ferienanlagen, die täglich sehr viel Wasser zur Gartenbewässerung und für die Versorgung der Wohneinheiten benötigen.

Eine fatale Auswirkung dieses sich schnell entwickelnden Baubooms durch den steigenden Tourismus ist die drastische Zunahme des Grundwasserverbrauchs. So bezifferte beispielsweise der Generalmanager einer großen Hotelanlage mit 165 Wohneinheiten auf einer Fläche von etwa 2 Hektar, Herr Widodo, einen Wasserverbrauch von 4.000 m³ bis 5.000 m³ pro Tag, während der Trockenzeit. Das entspricht einer Wassermenge von 4-5 Millionen Litern, die ausreichend ist, um den täglichen Wasserbedarf von etwa 5.000-6.000 Familien sicherzustellen. Auf Nachfrage bestätigten auch andere Hotels dieser Größenordnung die Angaben über den täglichen Wasserbedarf. Ein Großteil der Wassermenge verdunstet oder vermischt sich mit Meerwasser und wird somit dem Grundwasserkreislauf dauerhaft entzogen.

 

Eine Insel ist bekanntlich von Meerwasser umgeben und dieses kann genutzt werden.

Dass es durchaus effiziente und erfolgreiche Lösungsansätze gibt, um dem Wasserproblem zu begegnen, beweist ein Projekt eines privaten Sponsors aus Australien. Unter dem Namen „Berkat Air Laut“ betreibt dieser seit 2011 auf der vorgelagerten, kleinen Ferieninsel Trawangan eine Meerwasserentsalzungsanlage. Der Betrieb liefert der Insel, die selbst über kein Grundwasser verfügt, derzeit täglich 750 m³ hochqualitatives Trinkwasser, dessen Qualität regelmäßig in Laboren geprüft und sichergestellt wird. Die Entsalzungsanlage basiert auf dem physikalischen Prinzip der Umkehrosmose. Ein Prinzip, was den bei der Entsalzung auftretenden Filtermembrandruck zwischen Salz- und Gebrauchswasser nutzt und in das Druckleitungssystem der Anlage zurückführt. Dadurch wird eine erhebliche Einsparung der elektrischen Energie bei der Pumpenleistung der erforderlichen Hochdruckpumpen erzielt.

„Mittlerweile arbeitet die Anlage durchaus effektiv. Sie produziert zudem Trinkwasser zu einem günstigeren Preis als das Wasser, welches unter hohem Kostenaufwand von der Hauptinsel mit Booten bislang angeliefert werden musste“! - So der technische Leiter der Anlage, Alexander Sasmita.

Ein Projekt, welches durchaus einen Vorbildcharakter zur Bewältigung der Wasserprobleme, nicht nur auf der Hauptinsel Lombok, haben könnte. Auf der Nachbarinsel Bali decken bereits einige der großen Hotelanlagen in Küstennähe zunehmend den Wasserbedarf für Gebrauchs- und Trinkwasser mit eigenen, dezentralen Entsalzungsanlagen.

Dringender Handlungsbedarf und hohes Engagement, um Lösungen für das Grundwasserproblem zu finden und durchzusetzen, trifft sicherlich nicht nur auf die indonesische Ferieninsel Lombok zu. Wasser, - Lebensgrundlage für die Bevölkerung und unverzichtbares Element für die Agrarwirtschaft ist die wichtigste Voraussetzung für eine hauptsächlich ländlich ausgerichtete Infrastruktur. Das sollte in erster Linie im Vordergrund stehen. Nicht zuletzt auch unter dem Aspekt, die Lebensweisen und die Traditionen zu schützen und zu erhalten, um dem wachsenden Tourismus auch zukünftig ein attraktives und interessantes Reiseziel bieten zu können.

 

 

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Konstruktion von Christoph Tönges
Konstruktion von Christoph Tönges

Von Udo Linnemann, Lombok

Lombok, 15.12.2013

 

Bambus ... weit mehr als ein „Naturbaustoff der Armen“

 

Internationales Bambus Architektur Festival auf der indonesischen Ferieninsel Lombok.

 

Dass Bambus weit mehr ist als ein Naturbaustoff der Armen, wie dieser Baustoff häufig in Südostasien bezeichnet wird, bewiesen Designer und Architekten aus unterschiedlichen Ländern auf der indonesischen Ferieninsel Lombok. In der Zeit vom 01. bis 08. Dezember zeigten sie auf dem Bambus Architektur Festival mit ihren, in kurzer Zeit angefertigten Werken, die Vielseitigkeit dieses Materials, welches auch in westlichen Ländern zunehmend Aufmerksamkeit erregt.

Auf einem etwa 300 Meter langen Strandabschnitt, in der Nähe des Touristenortes Senggigi, ließen die Designer und Architekten ihren Ideen und Inspirationen freien Lauf. Sie verwandelten den flachen Sandstrand mit ihren Skulpturen und Konstruktionen aus Bambus in ein Gesamtkunstwerk. Die faszinierenden Lichteinwirkungen der Sonnenuntergänge gaben dem Ganzen zudem eine geheimnisvolle Ausstrahlung.

Anmutige und zerbrechlich erscheinende Konstruktionen, wie beispielsweise die Arbeit der in Amsterdam lebenden, russischen Designerin Elena Goray standen im Einklang mit massiven kubischen, runden und pyramidenförmigen Konstruktionen. Die Affinität und die gegenseitigen, ergänzenden Einflüsse zwischen Kunst, Design und Architektur kamen auf dieser Ausstellung besonders zur Geltung. Die Konstruktionen und Designwerke animierten den interessierten Besucher der Ausstellung geradezu über die zukünftige Bedeutung und Anwendung des Materials Bambus, auch in modernen westlichen Ländern, nachzudenken.

Bambusspezialist, Ausstellungsteilnehmer und Jurymitglied der Ausstellung, Dipl.-Ing. Christoph Tönges aus Geilenkirchen, der eine auf Bambus spezialisierte Firma betreibt, erläuterte in einem Gespräch einige die Vorzüge dieses Naturstoffs als Baumaterial:

- Bambus, im Gegensatz zum herkömmlichen Holz aus Waldbeständen, eine schnell nachwachsende und problemlos anzubauende Naturstoffressource ist, die leicht und mit wenig Aufwand geerntet werden kann.

- Bambus ist sehr leicht zu verarbeiten und zeichnet sich in seinen Eigenschaften durch geringes Gewicht bei gleichzeitig hoher Belastbarkeit und Elastizität aus.

- Aufgrund der statischen Eigenschaften schafft Bambus in der Architektur mehr Spielräume und Möglichkeiten für die Entwicklung neuer Designs und leichte Bauweisen mit hoher Stabilität.

- Nicht zuletzt ist Bambus, durch sein schnelles und problemloses Wachstum, ein vergleichsweise kostengünstiges Naturmaterial und könnte einen wesentlichen und wichtigen Beitrag zum Erhalt von Baumbeständen und zur Eindämmung von Flächenrodungen leisten.

 Die Gründe, dass Bambus gerade als Baustoff bislang noch zu wenig Beachtung findet, sind, laut Christoph Tönges , mangelnde Erfahrungen und fehlendes Wissen im Umgang mit diesem Material sowie die bislang fehlende Erfassung von Bambus in Holztabellen, die zur Statik und zu Baugenehmigungsverfahren herangezogen werden.

Gesponsert und ausgerichtet wurde die Ausstellung vom indonesischen Minister für Tourismus und kreative Ökonomie, Harry Walulo. Wie der Minister in seiner Abschlussrede der Ausstellung erläuterte, sollen auch künftig Ausstellungen wie diese beweisen, das Indonesien durchaus einen internationalen Stellenwert einnimmt und innovative Beiträge für Ideen und Kreativität zu leisten in der Lage ist.

Von Udo Linnemann

 

 

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Marsch der Schande
Marsch der Schande

Von Udo Linnemann

                                                                                                                                                                                                                     Lombok, 03.10.2013

 

Indonesien: Tradition statt Strafanzeige

 

Holländischer Tourist stiehlt den Rucksack einer Touristin.

 

Eine unangenehme und vermutlich für ihn nachhaltige Bekanntschaft mit der Tradition machte kürzlich ein Tourist auf der kleinen Ferieninsel, Gili Trawangan, die der weitaus größeren indonesischen Insel Lombok vorgelagert ist.

 

 

Der aus Holland stammende Mann entwendete ende September in einem Strandrestaurant den Rucksack einer Touristin während diese, aufgrund von Magenproblemen, die Toilette aufsuchte. Kurze Zeit später verließ er mit einer Begleiterin das Lokal. Die entsetzte Touristin, die nach ihrer Rückkehr an den Tisch den Rucksack mit ihren Papieren, Geld, Scheckkarten, Kamera und Handy nicht mehr vorfand, meldete den Diebstahl unverzüglich dem Restaurantbesitzer. Dieser reagierte sofort und wertete die Aufzeichnungen der Überwachungskameras aus, die in dem Restaurant installiert waren. Anhand der Aufzeichnungen wurde der Diebstahl dokumentiert und der Täter konnte identifiziert werden.

Da es keine feste polizeiliche Einrichtung auf der Ferieninsel gibt, griff der Restaurantbesitzer zur Selbstinitiative und ließ postwendend Handzettel mit der Beschreibung und dem Konterfei des Täters drucken. Diese verteilte er, mithilfe des Restaurantpersonals, an Sicherheitspersonal, das Hafenpersonal, private Bootsbetreiber und Inselgäste, um zu verhindern, dass der Dieb die Insel kurzfristig und unerkannterweise verlassen könne.

Kurze Zeit später wurde der Mann, der den entwendeten Rucksack noch bei sich trug, und seine Begleiterin in einer Bungalowanlage auf der Insel erkannt. Das herbeigerufene Sicherheitspersonal setzte ihn kurzerhand fest und übergab den gestohlenen Rucksack der überglücklichen Besitzerin, die bis dahin hoffend den Rucksack zurück zu erhalten, in dem Strandrestaurant ausgeharrt hatte.

Doch statt einer saftigen, polizeilichen Strafanzeige wegen Diebstahl ereilte den Dieb eine Strafe ganz andere Art. Gemäß der Inseltradition musste er den „Marsch der Schande“ antreten. Mit einem Schild vor der Brust „I ’m a thief. I stole. Don’t do what I did“ (Ich bin ein Dieb. Ich habe gestohlen. Tue nicht, was ich getan habe), musste er traditionsgemäß die kleine Insel zu Fuß umrunden, bevor er die Ferieninsel per Boot verlassen durfte. Begleitet wurde er dabei von Mitarbeitern des Sicherheitspersonals. Für den holländischen Touristen sicherlich eine außergewöhnliche, wenn auch für ihn unangenehme Urlaubserfahrung mit der Tradition. Für viele Urlauber auf der Insel wird es sicherlich ein außergewöhnliches Fotomotiv gewesen sein.

 

 

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Kommentar von Udo Linnemann zur Bundestagswahl 2013

                                                                                                                         Lombok, 25.09.2013

 

Die Wahl nach der Wahl und der wirkliche Gewinner

 

Ohne Zweifel kann die CDU/CSU auf ein grandioses Wahlergebnis verweisen, ohne allerdings eine regierungsfähige Mehrheit erhalten zu haben. Der leicht zu handhabende, bisherige Koalitionspartner FDP, wurde systematisch am Zügel der CDU/CSU geführt wurde und hat sich in dieser Koalition zerreiben lassen. Die FDP ist von der bundespolitischen Bühne zunächst einmal verschwunden. Trotz des Wahlerfolgs für Angela Merkel und die CDU/CSU steht fest, dass die bisherige Regierungskoalition vom Wähler de facto abgewählt wurde.

 

Bislang lehnt die SPD eine rot – rot - grüne Koalition mit einer hauchdünnen regierungsfähigen Mehrheit von 1,2 % ab, obwohl viele übereinstimmende, inhaltliche Schnittmengen in dieser Konstellation vorhanden wären. In Folge der SPD-Koalitionsabsage an die Linke braucht nun die CDU/CSU ihrerseits einen Koalitionspartner für eine regierungsfähige Mehrheit. Eine Minderheitsregierung mit Duldung der Opposition wird, aufgrund vieler Unvereinbarkeiten unterschiedlicher Positionen, über eine Legislaturperiode unhaltbar sein und nach kurzer Zeit die Frage der Neuwahlen aufwerfen. Trotz des herausragenden Wahlsieges ist es also für die Union eine nicht gerade komfortable Situation.

Nach dem ersten Jubel über das Wahlergebnis werden bei den Fraktionen der CDU und CSU nun doch vielleicht erste Zweifel aufkommen, ob es richtig, war die Zweitstimmenkampagne der FDP zu konterkarieren. Wäre die FDP durch Zweitstimmen für sie, wenn auch nur knapp, über die 5-%-Hürde gekommen, hätte Frau Merkel einen wirklichen Triumph für sich und die CDU/CSU verbuchen können. Nun jedoch fehlt ihr eine klare, regierungsfähige Mehrheit.

Aber auch für die beiden bisherigen Oppositionsparteien SPD und Grüne ist die Situation nach der Wahl, alles andere als behaglich. Zu groß sind die Unterschiede von SPD und Grünen in ihren inhaltlichen und politischen Abgrenzungen zu den Unionsparteien. Unterschiede, die sie im Wahlkampf immer wieder betont haben und nun mit diesen Abgrenzungen und politischen Zusicherungen bei ihren Wählern im Wort stehen.

Die SPD sollte sich genau überlegen, ob sie sich, entgegen ihrer Aussage im Wahlkampf, nun doch zu einer großen Koalition unter der Führung von CDU/CSU hinreißen lässt. Damit dürften einige der wichtigen fundamentalen politischen Zusagen der SPD ad acta gelegt werden. Das dürfte sicherlich nicht bei allen Wählern und SPD Mitgliedern auf Begeisterung stoßen. Der Eindruck, dass Steinbrücks selbstbewusste Geste des „Stinkefingers“ möglicherweise nicht an die politische Konkurrenz gerichtet war, sondern unterschwellig seinen Wählern und seinen Wahlversprechen galt, wäre fatal für die SPD. Zu tief ist das Trauma der Schröder Ära bei vielen SPD Mitgliedern und Wählern noch spürbar. So hatte die SPD gerade angefangen sich neu zu positionieren und sich wieder als Sozialdemokraten zu definieren, indem und sich von der Phase Schröder trennte. Das hat ihr zweifelsfrei gut getan und war ein Schritt in die richtige Richtung. Ein Schritt nun zurück würde das Trauma vieler Wähler und Mitglieder zu neuem Leben erwecken. Die Folge wäre ein Abwandern vieler enttäuschter und empörter Wähler und Mitglieder zu der “Linken“.

Noch gefährlicher wäre der Griff der Grünen nach einer Regierungsbeteiligung. Die Zugeständnisse, die die Grünen, aufgrund ihres schwachen Wahlergebnisses, an die CDU/CSU machen müssten, wären noch weitgehend eklatanter als das es bei der SPD bereits der Fall sein würde. Nicht zuletzt besteht ein erhebliches Risiko, dass die Grünen, in absehbarer Zeit, das Schicksal der FDP ereilt. Auch bei vielen Grünen sitzt die Joschka-Fischer-Phase noch tief und sie ist nicht bei allen Mitgliedern und Wählern mit den besten Erinnerungen verbunden. Zu massiv waren die Konzessionen, die an die damalige SPD gemacht werden mussten, zu massiv auch die Abkehr von den ursprünglichen Zielen und Positionen zulasten der eigenen Glaubwürdigkeit. Eine erneute Parole der Grünen ... rechts schwenk marsch ..., um den Preis der Macht, wäre für viele der Grünen nicht mehr vermittelbar und „Die Linke“ würde in den Fokus der „Alternative“ rücken.

Sollte also keine rot – rot - grüne Koalition zustande kommen, dann bleibt als Fazit, dass „Die Linke“ die eigentlichen Gewinner der Wahl sind. Voraussetzung jedoch ist, dass es ihr auch weiterhin gelingt, den Kurs der Einigkeit beizubehalten und Geschlossenheit zu demonstrieren. „Die Linke“ kann sich so als dritt stärkste Kraft im Land entspannt zurücklegen und sich auf ihre Rolle als Opposition konzentrieren.

 

 

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Islamisches Trainingszentrum im Bau
Islamisches Trainingszentrum im Bau

Von Udo Linnemann, Indonesien                                                                                          

Lombok, 10.08.2013

 

Ramadan ist vorüber und die Vorbereitungen auf die „Hadsch-Zeit“ beginnen 

 

 

Größtes, islamisches Trainingszentrum außerhalb der arabischen Staaten entsteht auf der indonesischen Insel Lombok.

 

Auch auf der Ferieninsel Lombok beendeten die Muslime die diesjährige Fastenzeit mit dem Weihnachtsfest vergleichbaren Idul Fitri Fest, wie es in Indonesien genannt wird. Am 07.08.2013 zogen Tausende von Muslimen in traditioneller Kleidung abends durch die Hauptstraße des Touristenortes Senggigi. Begleitet wurde der Umzug von verschiedenen Musikgruppen aus den umliegenden Dörfern. Viele Dorfbewohner trugen aufwendig gestaltete Modelle ihrer jeweiligen Moscheen durch die Straßen, der eine oder andere ausländischen Zuschauer fühlte sich gewiss an einen Karnevalsumzug erinnert. Am nächsten Morgen, gegen 4.00 Uhr war das Fest beendet und die Normalität des Alltags stellt sich nach der Fastenzeit nun wieder ein.

Für viele Muslime beginnt jedoch nun die Vorbereitung auf die sogenannte Hadsch Zeit, die mit einer Reise zu dem Schrein des Propheten Mohammed in Mekka in Saudi Arabien verbunden ist. Diese Reise und mit dem anschließenden Titel des „Hadschis“ verbunden ist, ist für viele Muslime der Höhepunkt ihres religiösen Lebens. Nicht selten verschulden sich Gläubige zulasten ihrer Familien, um diese Reise nach Mekka einmal in ihrem Leben antreten zu können in der Hoffnung das geliehene Geld, mithilfe des Titels, wieder zurückzahlen zu können.

 Lombok zählt zu den strukturschwachen Gebieten Indonesiens, mit einem mangelhaften Schul- und Gesundheitswesen. Ein Großteil der Bevölkerung lebt in Armut und Jugendliche haben kaum Chancen auf eine qualifizierte Ausbildung. An den Schulen und an der Universität in der Hauptstadt Mataram mangelt es an qualifiziertem Lehr- und Ausbildungspersonal und eine industrielle Infrastruktur existiert auf dieser, rein auf Agrarwirtschaft ausgerichteten, Insel faktisch nicht.

Nun entsteht auf Lombok, einer der kleinsten und ärmsten Touristeninseln Indonesiens, im Zentrum der Hauptstadt Mataram, zurzeit eines der größten islamischen Trainingszentren außerhalb der arabischen Staaten. Bis zu sechstausend Gläubige sollen in diesem islamischen Zentrum auf ihre Pilgerreise nach Mekka vorbereitet und geschult werden können. Einige, unter Denkmalschutz stehende Gebäude aus der holländischen Kolonialzeit mussten diesem Trainingscenter weichen und wurden kurzerhand abgerissen.

Es gehörte 2009 zu einem der Wahlversprechen des damaligen neu gewählten, mit seinen 36 Jahren noch recht jungen Gouverneurs von Lombok, Tuhan Guru Hadschi Zainud Majdi, ein solches Center im Falle seiner Wahl zu errichten. Noch befindet sich das Trainingscenter, auch nach der Wiederwahl des Gouverneurs im Mai 2013, jedoch in der Bauphase. Die Entscheidung, ob es bis zum nächsten Wahltermin fertiggestellt wird, verbirgt sich auch weiterhin hinter den Türen des Gouverneurpalastes.

Die Gläubigen werden also noch eine Weile auf ihr islamisches Trainingszentrum warten müssen.

 

 

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Von Udo Linnemann, Lombok

                                                                                                                               Lombok, 26.06.2013

 

Erdbeben auf der indonesischen Ferieninsel Lombok.

 

Immer wieder kommt es in einigen Landesteilen Indonesiens zu Erdbeben. So wurde die im Süden Indonesiens gelegenen Ferieninsel Lombok am 22.06.2013, gegen 14.00 Uhr Ortszeit von einem Erdbeben erschüttert. Das Epizentrum lag etwa 14 Km vor der vorgelagerten Insel Trawangan in nur 10 Km Tiefe und erreichte eine Stärke von 5,2 auf der Richterskala.

 

 

Besonders betroffen von dem Beben waren die drei vorgelagerten Ferieninseln Gili Trawangan, Gili Meno und Gili Air, sowie der Nordwesten der Hauptinsel Lombok. Viele Bewohner und Feriengäste in den dieser Region rannten in Panik aus den Häusern ins Freie. Es folgten noch zwei leichtere Nachbeben. An vielen Häusern und Gebäuden entstand zum Teil erheblicher Sachschaden. Einige Häuser wurden sogar völlig zerstört. Etliche Gartenmauern und einige Wassertankpodeste wurden infolge des Bebens umgerissen.

 

Angaben über Personenopfer oder Verletzte liegen bislang, von offizieller Seite, nicht vor.

 

Ein ähnlich starkes Beben ereignete sich zuletzt 2004 mit einer Stärke von 6,1. Das Epizentrum lag damals 30 Km östlich von Bali. Mindestens 30 Personen wurden damals verletzt. Ein älterer Mann verstarb damals vermutlich an einem Schock.

Mangelhafte Statik, unterdimensionierte Fundamente und schlechtes Baumaterial sind häufig die Ursachen, dass auch relativ schwache Beben häufig erhebliche Schäden an Häusern und Gebäuden verursachen. Besonders bei der Landbevölkerung werden, aus Kostengründen, nur selten Architekten zurate gezogen und die Vorschriften der Bauverordnungen eingehalten.

 

 

 

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Von Udo Linnemann, Lombok

                                                                                               Lombok, 16.10.2012

 

Ausland

In Lombok wird das Trinkwasser knapp

Indonesische Insel leidet unter außergewöhnlich langer Trockenzeit. Tourismushotels werden bevorzugt

Die Trockenzeit hat teilweise verheerende Auswirkungen auf die Wasserversorgung der Dörfer in den ländlichen Gebieten der im Süden Indonesiens gelegenen Insel Lombok. Infolge der ungewöhnlich langen diesjährigen Trockenzeit, die seit mehr als fünf Monaten andauert, sind viele Dörfer von der staatlichen Trinkwasserversorgung abgeschnitten.

Der öffentliche Dienstleister wäscht seine Hände in Unschuld: Die staatliche Trinkwasserversorgungsgesellschaft »PDAM« begründet die massiven Versorgungsengpässe von Trinkwasser in Lombok mit dem Absinken des Grundwasserspiegels auf der Insel. Ohnehin sind viele Bewohner in ländlichen Gebieten auf eigene Brunnen angewiesen, da kein Anschluss an das öffentliche Trinkwassernetz besteht. Doch auch diese Bewohner trifft das Absinken des Grundwasserspiegels besonders hart. »Wir haben kaum noch Wasser, um Wäsche zu waschen und müssen mittlerweile selbst mit dem Wasser zur persönlichen Körperhygiene sehr sparsam umgehen, während die Hotels und Restaurants in Strandnähe bevorzugt mit Wasser versorgt werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Dorfbewohnern, in höher gelegenen Teilen des Dorfes, haben wir aber wenigstens noch etwas Wasser«, erzählt Frau Ranim, die mit ihrer Familie in dem Dorf Kerandangan lebt und zeigt den Wasserstand ihres Brunnens.

Der zunehmende Wasserbedarf für die ständig wachsende Zahl von Touristenhotels und Restaurants in der Strand- und Küstenregion der Insel sorgt, insbesondere in der Trockenzeit, für eine sehr starke Belastung des Grundwasserspiegels. Die Tiefbohrbrunnen, die bis zu einer Tiefe von 35 Metern gebohrt werden, stellen zwar den Wasserbedarf für die Gartenbewässerung und Swimmingpools dieser Hotels und Restaurants sicher, sie haben aber einen erheblichen Anteil an dem Wassermangel der höher gelegenen Dörfer, deren Brunnentiefe weit geringer ist. Der geringe Wasserstand bei den Brunnen, die noch Wasser führen, erzeugt zudem ein erhöhtes, gesundheitliches Risiko für einen großen Teil der Landbevölkerung, da mit abnehmendem Wasserstand die bakterielle Kontamination des Brunnenwassers zunimmt. In vielen dicht besiedelten Dörfern werden die erforderlichen Abstände zwischen Brunnen, Abwasser und Latrinen, von mindesten 15 Metern, nicht eingehalten, so dass vermehrt Fälle von Paratyphus, Diarrhö und anderen Magen- und Darmerkrankungen während der Trockenzeit auftreten. Nach der Möglichkeit gefragt, ob sauberes Trinkwasser nicht per Tankwagen geliefert werden kann, antwortete Frau Ranim: »Teure Wasserlieferungen oder Trinkwasser aus Flaschen können sich die meisten Dorfbewohner dauerhaft nicht leisten zudem erfordern Wasserliefrungen einen Wassertank, um das Trinkwasser zu bevorraten.« So bleibt Frau Ranim und auch vielen anderen Dorfbewohnern nichts anderes übrig als das wenige Brunnenwasser abzukochen und zu hoffen, dass keine Krankheitsfälle auftreten, wie sie berichtete.

Geologen einer indonesischen Minengesellschaft haben bereits letztes Jahr vor einer weiteren Verschärfung des Wassermangelproblems in Lombok gewarnt. Sie machten auf die Möglichkeit der Errichtung von Meerwasserentsalzungsanlagen aufmerksam mit dem Hinweis, dass solche Anlagen zu einer entscheidenden Verbesserung der Situation der Landbevölkerung beitragen würden. Aus Kostengründen wurden solche Entsalzungsanlagen von der Regierungsseite bislang jedoch nicht in eine Planung einbezogen und so bleibt zu vermuten, dass sich die desolate Situation des Wassermangels bei der Landbevölkerung in der nächsten Trockenzeit weiterhin verschlechtern wird.

 

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Ein „Land des Lächelns“. Für viele Traum und Hoffnung zugleich ist. Eine Geschichte die das bezaubernde Lächeln Südostasiens entzaubert und die diabolische Maske, die sich hinter diesem Lächeln verbergen kann, enttarnt. Eine Maske, die nicht nur Träume und Hoffnungen, sondern auch Menschen zerstört und einen Blick in den Vorhof zur Hölle freigibt.